Donnerstag, 11. Juni 2009

DFW B. II

Mitte 1914 entwickelte der Konstrukteur Heinrich Oelerich von den deutschen Fliegerwerken unter der Werksbezeichnung MD 14 einen zweisitzigen Doppeldecker, der mit seinen geschwungenen, nach hinten gebogenen Tragflächen deutlich an die Etrich Taube erinnert, welche die DFW in einer eigenen Version als Stahltaube zuvor ebenfalls produziert hatten. Oelerich stellte mit der Maschine im Juli 1914 mit 8.150m sogar noch den letzten Vorkriegshöhenrekord auf.
Der MD 14, militärisch als DFW B.I bezeichnet, besaß wie der Albatros B. I dreistielig verstrebte Tragflächen, außerdem ein mit kleinen Kuven versehenes Fahrgestell und wurde von einen 100 PS Mercedes D.I-6 Zylinder-Reihenmotor angetrieben. Der Auspufftopf war an der rechten Seite des Motors angebracht, der Tank zentral auf die obere Tragfläche montiert, und die Wasserkühlung erfolgte über zwei am Rumpf angebrachten H&Z-Seitenkühler. Im vorderen Cockpit saß der Beobachter, dahinter der Pilot.
Die Weiterentwicklung B. II (Werksbezeichnung MRD) wies optisch keine Veränderungen auf. Das Flugzeug wurde zum Teil mit dem stärkeren Mercedes D.II ausgerüstet und vermutlich von vorhinein mit Doppelsteuer für den Ausbildungseinsatz hergestellt.
Insgesamt wurden 1914-15 etwa 100 Stück beider Typen gebaut.
Der DFW B. I war zusammen mit der Aviatik B. I und der Albatros B. I ein typischer Vertreter der unbewaffneten B-Zweisitzer, die die deutschen Fliegerabteilungen und due kuk Fliegerkompanien 1914 an allen Fronten als zuverlässige Arbeitspferde für Aufklärung und Erkundung verwendeten.
Obwohl der B. I von den Fliegern auch wegen seiner gebogenen Flügel etwas ironisch Fliegende Banane genannt wurde, war er bei den Besatzungen beliebt, erwar stabil, zuverlässig undhatte gutmütige Flugeigenschaften, war jedoch wehrlos gegen die immer häufiger auftretenden, mit MG bewaffneten Feindflugzeugen. Der unbewaffnete DFW B. II wurde nicht mehr zum Fronteinsatz verwendet, sondern von vorhinein mit Doppelsteuer versehen ab 1915 ebenso wie die verbliebenen B. I hauptsächlich als Schulflugzeug eingesetzt.